Zwischen dem Justizministerium und den Justizvollzugsanstalten ist keine Mittelbehörde (Strafvollzugsamt) zwischengeschaltet. Jede Justizvollzugsanstalt ist einem bestimmten Referenten oder Referentin der Justizvollzugsabteilung zugeordnet, der die Dienstaufsicht über die Anstalt ausübt. Durch regelmäßige Besuche der Referenten oder Referentinnen in den Justizvollzugsanstalten, durch Prüfungen sowie durch schriftlichen und telefonischen Kontakt mit den Anstalten, insbesondere im Zusammenhang mit Eingaben von Gefangenen, sind ein guter Informationsaustausch, kurze Entscheidungswege und Praxisnähe sichergestellt.
Anstaltsleiter
Leitender Regierungsdirektor
Dr. Frank Jansen
stellvertretende Anstaltsleiterin
Regierungsrätin
Melanie Kroll
Mitglied der Anstaltsleitung
Regierungsrat
Sven Tews
Nach dem Gesetzbuch über den Justizvollzug in Baden-Württemberg (JVollzGB) sind bei den Justizvollzugsanstalten
Anstaltsbeiräte zu bilden. Die Mitglieder wirken bei der Gestaltung des Vollzugs und bei der Betreuung der Gefangenen mit. Sie
unterstützen den Anstaltsleiter durch Anregungen und Verbesserungsvorschläge und helfen bei der Eingliederung des Gefangenen nach
der Entlassung.
Die Mitglieder des Anstaltsbeirates werden für die Dauer von drei Jahren vom Justizministerium Baden-Württemberg bestellt, wobei
die Bestellung aus einer Vorschlagsliste erfolgt.
Aufgaben:
- Wahrnehmung der Belange sowohl der Bediensteten wie auch der Inhaftierten
- Unterstützung der JVA durch Anregungen und Verbesserungsvorschläge
- Mitwirkung bei der Gestaltung des Strafvollzugs
- Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter
- Mitwirkung bei der Betreuung der Inhaftierten
- Hilfe bei der Eingliederung der Inhaftieren
- Öffentlichkeitsarbeit
- Vorurteile gegenüber dem Strafvollzug abbauen
Arbeitsweise:
- Regelmässige Teilnahme an der Anstaltskonferenz
- Regelmässige Gespräche mit der Anstaltsleitung
- Zusammenarbeit mit Anstaltsleitung und Bediensteten
- Besichtigung aller Bereiche in der Anstalt
- Regelmässige Sprechstunde für Insassen und Bedienstete
- Regelmässige Gespräche mit der Insassenvertretung
- Unüberwachter schriftlicher Verkehr mit Inhaftierten
- Pflicht zur Verschwiegenheit
1. Bezirksverein für soziale Rechtspflege Pforzheim
- Einzelbetreuung durch hauptamtliche Mitarbeiter, und zwar wöchentlich an zwei Tagen
- Einzelbetreuung durch ehrenamtliche Mitarbeiter
- Gesprächsgruppen in und außerhalb der Justizvollzugsanstalt Heimsheim
2. Sozialberatung Ludwigsburg
- Einzelbetreuung
- Entlassungsvorbereitung
- Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche
- Schuldenberatung
Das Angebot gilt für Gefangene aus Stadt und Kreis Ludwigsburg und die nach der Entlassung dort wohnen werden und für die Freigänger der Außenstelle Ludwigsburg.
3. Baden-Württembergischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation gGmbH (BWLV)
- Fachstelle Sucht Pforzheim (Drogenberatung)
- Betreuung, Beratung und Vermittlung Therapie
4. Aidshilfe Pforzheim
- Einzelbetreuung wird angeboten
- HIV-Selbsthilfegruppe Heimsheim, wöchentlich bei Bedarf
5. Bezirksverein für soziale Rechtspflege Pforzheim
- Vermittlung von Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnissen für Gefangene im Rahmen des Projekts INSA das von der Bundesagentur für Arbeit gefördert wird
- Berufliche Eingliederung von Gefangenen durch Kooperation mit der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, dem Jobcenter Pforzheim und Enzkreis
6. Sozialberatung Stuttgart e.V.
- Beratung, Vermittlung und Entlassungsvorbereitung im Rahmen der Wohnungsnotfallhilfe für Gefangene aus Stuttgart
- Projekt Wiedereingliederung von älteren Gefangenen - Unterstützung beim Übergang von Haft in Pflege und Betreuung
Die Angebote werden in enger Kooperation mit dem Sozialdienst der JVA Heimsheim durchgeführt.
Die Bewältigung von Lebensproblemen kann der Entwicklung und Reifung des Menschen dienen. Dabei können Jugendliche, Frauen und Männer scheitern und in die Straffälligkeit abgleiten. Kriminalität kann unterschiedliche Hintergründe haben:
- negative Kindheitserfahrungen
- belastete familiäre Beziehungen
- unzureichende schulische/berufliche Bildung
- fehlende persönliche Lebensperspektiven
- gestörtes Selbstbewusstsein
- ein fehlender Arbeitsplatz
- finanzielle Probleme
- ein schwieriges soziales Umfeld
- unbewältigte Suchtprobleme
- kulturelle Entwurzelung
Dies sind keine Entschuldigungen, mögen jedoch nachvollziehbare Erklärungen für straffällige Handlungen sein.
Inhaftierte Menschen brauchen vielfältige Beziehungen, um nicht - auf sich zurückgeworfen - weiteren Schaden zu nehmen.
Ehrenamtliche Arbeit vermittelt die Realität der vielfältigen, allgemeinen Lebensverhältnisse und bietet somit
Orientierungen für ein Leben in Freiheit und in sozialer Verantwortung.
Straffällig gewordene Menschen haben in vielerlei Hinsicht Schwierigkeiten und oft nicht nur "ein" Problem. Sie brauchen Begleitung und Unterstützung durch eine verlässliche und konstruktiv-kritische Beziehung zu Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren; z.B.:
- beim Erlernen von Fähigkeiten und Fertigkeiten
- bei Aufbau und Stabilisierung von sozialen Beziehungen
- bei der Überwindung von Sprachbarrieren
- bei der Auseinandersetzung mit Suchtproblemen
- beim Umgang mit Geld und Schulden
- bei einer sinnvollen Freizeitgestaltung
- beim Umgang mit Ämtern und Behörden
- bei der Suche nach Wohnung und Arbeitsplatz
- bei der Vorbereitung der Haftentlassung
- bei der Integration
Die ehrenamtliche Arbeit mit inhaftierten Menschen ist nicht immer einfach. Sie müssen keine Expertin/ kein Experte sein, doch sollten Sie ihre Lebenserfahrungen und persönliche Fähigkeiten einbringen, die Ihnen die Arbeit mit inhaftierten Menschen erleichtern. Folgende Fragen können Ihnen bei ihrer Entscheidung helfen:
- Haben Sie Zeit und suchen nach einer sinnvollen Tätigkeit in der Freizeit?
- Sind Sie kontaktfreudig?
- Hören Sie anderen Menschen gerne zu?
- Möchten Sie sich auf Menschen in schwierigen Lebenssituationen einlassen?
- Können Sie auch einmal "nein" sagen?
- Haben Sie Interesse an Bildungsarbeit und Erfahrungen im sozialen Bereich?
- Haben Sie handwerkliche, sprachliche, sportliche oder kreative Fähigkeiten?
- Haben Sie Interesse an religiösen und ethischen Fragen?
Die Justizvollzugsanstalt ist an ehrenamtlicher Mitarbeit sehr interessiert. Es ist eine anspruchsvolle , manchmal auch schwierige Aufgabe. Sie entscheiden, wie viel Zeit Sie sich dafür nehmen. Sie können mit Unterstützung rechnen:
- Informationen und Beratung vor Ort (jede JVA hat einen Ansprechpartner/in für Ehrenamtliche)
- einführende Schulungen und Weiterbildungsangebote
- Begleitung in Gesprächskreisen-
Sie haben verschiedene Möglichkeiten sich einzubringen:
- Sie können zu Inhaftierten Briefkontakt aufbauen
- Sie können einen Menschen besuchen und während seiner Haft begleiten
- Sie können Ihre Fähigkeiten in eine Gruppe mit Gefangenen einbringen
Begegnung mit Inhaftierten schaffen neue Sensibilität für andere und eigene Lebensgeschichten, eröffnen eine neue Sicht auf andere und eigene Lebensfragen lassen gesellschaftliche Probleme in einem neuen Licht erscheinen
© Alle Angaben aus dem Flyer "Ehrenamtliche Mitarbeit im Justizvollzug"